Schick mir Regen
die Nebel fort zu spülen
die meinen Blick trüben
den Schnee zu tauen der
auf meinen Schultern liegt
und Eis zu schmelzen
wo Starre sich breitet
perlen erste Tropfen
ziehen trostlose Spuren
am Fenster
harre ich aus
bis Nass sich ergießt und
die Straße glänzt
und sehe ich Hoffnung
grüne Spitzen sich recken
aus dunkler Erde
krokusgleich
© Uta Lösken, Januar 2010
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Traumurlaub
Zur Urlaubszeit ist Mensch hienieden
von andern Menschen recht verschieden.
Der Erste liebt die Berge sehr,
der Zweite, der bevorzugt Meer.
Der Dritte will allein verreisen,
der Vierte nur in Gruppen speisen.
Der Fünfte lässt sich gern verwöhnen,
bei "Wellness" muss der Sechste stöhnen.
Ob Camping, Ferienhaus, Hotel,
Veränderung schafft generell
erholungsförderndes Befinden,
lässt Frust und Arbeitsstress verschwinden.
In Katalogen blättern, suchen,
im Winter schon den Sommer buchen,
Paul hat die Nase gründlich voll
und überlegt: "Wär' es nicht toll,
zurückzukehren zu den Wurzeln?
Wir lassen reichlich Jahre purzeln
und zieh'n mit Fahrrädern und Zelt
spartanisch einfach in die Welt."
Pauls Frau, die kluge Annemie,
bremst zärtlich seine Euphorie:
"Zelt ja. Doch lass uns zum bequemen
Verreisen unser Auto nehmen."
Wie gut diese Entscheidung ist
zeigt sich im Juli. Man vermisst
die Sommersonne. Kalt und nass
macht Zelten nicht so richtig Spaß.
Grau-düster auf dem Boden hocken
in klammer Jeans und feuchten Socken,
mit krummem Rücken Eintopf rühren,
kann zu Romantik kaum verführen.
"Im Auto ist es trocken, warm",
sagt Annemie, nimmt Paul am Arm
Nun sitzen beide Seit' an Seite
und schauen in die Regenweite.
Hat die Erinnerung gelogen?
Uns mit Schönfärberei betrogen?
Liegt es an uns oder am Wetter?
War Camping früher einfach netter?
Das Leben nahe der Natur
ist eigentlich Erholung pur.
Dabei soll man sich nicht kasteien,
sonst kann Entspannung nicht gedeihen.
Die Annemie gibt Paul 'nen Kuss.
"Mit Wurzeln-suchen ist jetzt Schluss.
Und nächstes Jahr ein neues Ziel:
Da mieten wir ein Wohnmobil!"
© Uta Lösken, September 2008
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La joie des yeux
les yeux bien fermés
je te sens près de moi
j'entends ta haleine
sans que je te vois
les paupières à peine
levées un p'tit peu
les cils déveinent
les contours, le ciel bleu
en ouvrant tout entier
mes yeux, pas de chance,
je suis prisonnier
de ton regard qui dance
traduction par
© CH
Lieben Dank an manacur, der sich von "Augenlust" zu einer Übersetzung inspirieren ließ.
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Augenlust
die Augen geschlossen
weiß ich dich vor mir
lausche leisem Atem
wittere würzigen Duft
die Lider gehoben
nur um Millimeter
durch Wimpern verwischen
Konturen und Farben
die Augen geöffnet
kein Ausweichen möglich
mein Blick ohne Zögern
von deinem gefangen
© Uta Lösken, Juni 2008
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aufblühen
spreng die Stachelhülle
öffne dich
zeig mir
die Vielfalt deiner Farben
lass sie strahlen
vertraue mir
ich werde dich
nicht pflücken
© U.L., Mai 2008
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